Gehet hin…!

Neuer Freiwilligendienst für alle über 30

von Esther Dymel-Sohl

„Wir wollen heute die letzten Details zu unserem gemeinsamen Ü30-Freiwilligendienst besprechen“, beginnt Andreas Sohl, Leiter der „Worldwide Volunteers“ (Freiwilligendienste im BFP) die Telefonkonferenz. Ein Jahr hat die Vorarbeit gedauert und nun sollen noch die letzten Schritte im Prozess eingeleitet werden. Engagiert, freundschaftlich und zielstrebig melden sich die Leiter der teilnehmenden Entsendeorganisationen AVC, Velberter Mission, Volksmission, „Liebe in Aktion“ der Ecclesia Gemeinden und „55-aufwärts“ zu Wort und geben ihren Input. Fast alle von ihnen greifen auf einen großen Erfahrungsschatz in Bezug auf die Arbeit mit Freiwilligen zurück. Sie sind begeistert, nun unter dem Dach der „Worldwide Volunteers“ Kurzeinsätze auf der gemeinsamen Internetplattform www.wwv.bfp.de/ue-30 anzubieten. Das Ziel ist, dass sich erfahrene Leute ab 30 Jahren aktiv in Mission engagieren, Rentenalter inklusive.

Einfach mal machen …

Einer dieser erfahrenen Leute ist Markus Burkhardt (50), der sich 2014 als Freiwilliger in Bulgarien engagierte. „Dass Mission nicht nur etwas für junge Leute ist, erlebten wir als Männerteam im Alter zwischen 45 und 65 Jahren.“ Das 6-köpfige Freiwilligenteam renovierte in Vinograd ein Wohnhaus, damit es für eine Gemeindegründung und einen Royal Rangers Stamm vor Ort genutzt werden konnte. „Was in wenigen Tagen möglich ist, wenn ein Handwerkerteam aus Maler, Gipser, Schreiner und Zimmermann so ein Haus ‚auf den Kopf stellt‘, ist unglaublich.“

Ein solcher Einsatz kann von 3 Wochen bis zu 12 Monaten dauern und ist ganz individuell oder in einem Team vorgesehen. Jede Entsendeorganisation hat ihre eigene Einsatzplatzbeschreibung, aus der die Anforderungen und die Rahmenbedingungen der jeweiligen Stelle hervorgehen. Notwendige Schulungen, die für den Auslandseinsatz notwendig sind, organisiert jede Entsendeorganisation selbst.

Einfach mal raus …

„Bei allem praktischen Einsatz waren die Tage in Bulgarien ebenso ein unvergessliches geistliches Erlebnis“, so Markus Burkhardt. Das Freiwilligenteam diente auch in den Gemeinden vor Ort durch Gebet, Gesang und in der Verkündigung und erlebte Gottes Gegenwart so stark, dass einer der Freiwilligen am Ende sagte: „Jetzt bin ich schon lange gläubig und über 60 Jahre alt und darf so einen Freiwilligendienst und den ganzen Segen, der daraus entsteht, zum ersten Mal in meinem eigenen Leben erleben.“

Sich einfach mal einsetzen…

Der Ü30-Freiwilligendienst richtet sich an alle, die sich im Ausland mit ihrer Arbeitskraft und ihrem Wissen für andere einsetzen wollen. „Gerade ältere Freiwillige sind unglaublich wertvoll in der Mission“, so Peter Schneider, Leiter von „Liebe in Aktion“ der Ecclesia Gemeinden, der selbst Architekt ist und viele Projekte in Afrika realisiert hat. „Sie bringen nicht nur Lebens- sondern auch Berufserfahrung mit und sind in der Regel fleißig, zuverlässig und sofort einsetzbar.“ „Manche Christen haben eine Berufung, die Gott ihnen gegeben hat, die sie aber bisher noch nicht ausgelebt haben. Der Ü30-Freiwilligendienst gibt ihnen die Chance, diese Berufung zu erfüllen und zu leben“, so Helmut Bürger, Leiter der BFP-Initiative „55-aufwärts“.

„Diese Erfahrungen in Bulgarien haben ein ganz neues Feuer für Jesus in den Herzen der teilnehmenden Freiwilligen entfacht. Wir sind ausgezogen, um zu dienen und Menschen zu beschenken, doch kehrten wir als die Beschenkten zurück“, ist das Resümee von Markus Burkhardt. „Und das, obwohl die Not, die uns dort begegnete, auch ziemlich erdrückend war.“

Einfach mal den Horizont erweitern…

„Der gemeinsame Ü30-Freiwilligendienst ist für jeden Teilnehmer sehr horizonterweiternd, besonders in Bezug auf das Erleben unterschiedlicher Kulturen und auch notvollen Lebenssituationen“, so Thomas Halstenberg, Leiter der Velberter Mission. Deshalb werden die Freiwilligen von den Entsendeorganisationen auf die Gegebenheiten im jeweiligen Einsatzgebiet gründlich vorbereitet. „Auch gibt so ein Einsatz den Freiwilligen die Möglichkeit, sich beruflich oder privat neu zu orientieren. Und so mancher sucht einfach nur einen Weg, seine Urlaubszeit sinnvoll zu nutzen“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft für Weltmission der Volksmission.

Seine Urlaubszeit sinnvoll nutzen wollte auch Dr. Bernd Fode (48). Er gehörte 2014 zu einem zehnköpfigen Freiwilligenteam aus Ärzten, Krankenpflegern und einem Biologen, die sich in Uganda für die Menschen dort einsetzten. Ihr Tätigkeitsspektrum reichte von Fortbildungen über Mitarbeit im Labor, an der Medikamentenausgabe und bei der Patientenaufnahme bis zu Spezialsprechstunden und Impfeinsätzen. „Die Begrüßung und unser Empfang in der Klinik waren überwältigend. Mit Jubel, Trällern, Singen, Tanzen und Blumen wurden wir schon auf unserem Weg in die Klinik eskortiert. Das Zeremoniell ließ uns die Freude über unser Kommen erahnen, aber auch die daran geknüpften Erwartungen. Die Masse angereister Patienten verstärkte diesen Eindruck und uns wurde klar, dass unsere menschliche Kraft und unser persönliches Können nicht ausreichen. Mit dem Wissen um Gottes Hilfe machten wir uns an die Arbeit.“

Sich einfach mal bewerben…

„Beim Ü30-Freiwilligendienst kann sich jeder bewerben, der sich hier engagieren möchte, unabhängig von seiner Schulbildung, Ausbildung oder seinem derzeitigen beruflichen Werdegang“, so Johannes Dappen, zuständig für Kurzzeiteinsätze beim AVC. Jeder kann sich mit seiner Lebenserfahrung und seinem beruflichen Werdegang für andere investieren. Ob Mitarbeiter im medizinischen oder zahnmedizinischen Bereich, Handwerker, Pädagogen, Lehrer, Erzieher, Putzkräfte oder Bürofachkräfte. Ganz gleich ob der Freiwillige Akademiker, Angestellter oder Hilfskraft ist, Rentner oder Arbeitssuchender, Hausfrau oder Hausmann: „Jeder Freiwillige ist eine große Bereicherung für unsere weltweiten Einsatzgebiete.“

„Unser gemeinsam entwickelter Ü30-Freiwilligendienst ist ein Schulterschluss weltweit orientierter BFP-Werke und dafür bin ich sehr dankbar“, so Andreas Sohl. Freundschaftlich, engagiert und zielorientiert geht die Telefonkonferenz zu Ende. Das gemeinsame Ziel bleibt: Gehet hin…!

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